Radtour 2026
Am 26.07.2026 startete unsere diesjährige Radtour um 9.00 Uhr am Marktplatz in Breitungen.
Einweihung der Helmerser Frankenburg- Skulptur „Frankensteine“
Seit Herbst letzten Jahres fällt eine Skulptur neben der Helmerser Bushaltestelle in Richtung Wernshausen auf. Auf einem roten Sandsteinsockel liegt ein aus weißem Sandstein herausgearbeitetes, über 20 Zentner schwere Kunstwerk, 180 Zentimeter lang, 60 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch.
Die Skulptur in der Helmerser Dorfmitte, Foto R. Dittmar, Juni 2026
Es sorgte unter den Betrachtern bereits für mancherlei Diskussionen. Viele konnten keinen Bezug zum Dorf und seiner Umgebung erkennen.
Am Donnerstag, den 2. Juli 2026, wurde nun die Plastik feierlich eingeweiht. Für 17 Uhr hatten dazu der Ortsteilbürgermeister Fabian Aborn, der Wernshäuser Ortsteilrat und der Helmerser Ortskümmerer Thomas Schmidt eingeladen. Auch der in Kaiserslautern beheimatete Bildhauer Lasse Schulz- Berke, der die Skulptur im Rahmen des ersten Steinbildhauersymposiums in Niederschmalkalden im Juni 2024 schuf, war angekündigt.
Die etwa 50 erschienenen Interessierten wurden vor Ort von Fabian Amborn begrüßt. Anschließend erläuterte Lasse Schulz- Berke seine Skulptur und ihren Bezug zur 800 Jahre alten Burg Frankenberg oberhalb von Helmers.
Bergfried der Burg Frankenberg, Foto R. Dittmar, November 2023
Von ihr stehen nach der Zerstörung im Bauernkrieg im Frühjahr 1525 und ihrer Nutzung als Steinbruch bis Ende des 19. Jahrhunderts noch der 20 Meter hohe Bergfried und Reste der Palasmauern. Grundlegende Sanierungen des denkmalgeschützten Turmes wurden 2023 abgeschlossen.
Ein Besuch der alten Burgmauern und die Erläuterungen des Helmerser Ortschronisten im Juni 2024 inspirierten den Künstler zur Gestaltung seiner Skulptur.
Sie ist handwerklich anspruchsvoll und perfekt aus Fambacher Sandstein geschlagen. Ihre Zangenlöcher und die oberflächliche Bearbeitung weisen, so Schulz-Berke, auf Mauer- und Steinstrukturen der Frankenburg hin.
Wie der Bildhauer weiter berichtete, soll die Aneinanderreihung der Steinsegmente an die Aufschichtung gebrochener Steine im Fambacher Steinbruch erinnern. Zudem haben Konturen, die beim Betrachten der Skulpturstirnseiten auffallen, Ähnlichkeiten mit dem Grundriss der noch vorhandenen Burgmauern auf dem Frankenberg.
21. Juni 2024: Lasse Schulz-Berke bei der Arbeit an der Frankenburg- Skulptur in Niederschmalkalden,
Foto R. Dittmar
Der Künstler fasste seine Gedanken in einem kurzen erklärenden Text zusammen, der auch an der Skulptur noch angebracht werden soll:
„Frankensteine
Ausgehend von den verwitterten Mauersteinen der Burg Frankenberg entwickelt die Skulptur eine Komposition aus verformten Steinquadern mit historischen Bearbeitungsspuren. Versetzzangenlöcher und handwerkliche Oberflächen verweisen auf die Baugeschichte der Burg, während die Anordnung der Elemente dem Goldenen Schnitt folgt.
Die Arbeit verbindet die Kraft des rohen Steins mit den Spuren menschlichen Wirkens und der gestaltenden Wirkung der Zeit.“
Die Skulpturenstirnseiten sollen an den Grundriss der Frankenburgmauern erinnern,
Foto R. Dittmar, Juni 2026
Nach den Erklärungen des Künstlers äußerte sich auch der Wernshäuser Ortsteilbürgermeister Fabian Amborn in einer achtminütigen Ansprache zu den „Frankensteinen“.
Er sieht in der Skulptur weit mehr als nur irgendein Kunstwerk. Vielmehr zeige es zu Stein gewordene Geschichte. Die Art der Bearbeitung weise auf den Bergfried der Frankenburg hin. Der Stein aus dem Fambacher Steinbruch selbst sei ein Fundament für Vieles, was wir heute noch in und um Schmalkalden bewundern könnten. Auch der so schöne Helmerser Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern gehöre dazu.
Ihm sei auch schon ein „Spitzname“ für die „Frankensteine“ zugetragen worden, so Amborn: „Schaschlikspieß“. Hier zog er Parallelen zu Berlin. Auch Berliner seien sehr erfinderisch, wenn es um Bezeichnungen für markante Bauten gehe. So betitelten sie der Fernsehturm beispielsweise als „Telespargel“. Dabei sei das aber keineswegs abwertend gemeint, sondern drücke eher die Verbundenheit mit der Heimatstadt aus. Amborn sieht auch in den „Frankensteinen“- oder eben dem „Schaschlikspieß“ bzw. der „Kurbelwelle“- ein zukünftiges markantes Orts-Wahrzeichen, das auch eine für Helmers identitätsstiftende Bedeutung habe.
Abschließend bedankte sich Amborn noch bei den Steinbildhauern für ihre kreative Arbeit, bei Robert Roß für die gesponserten Steine aus seinem Fambacher Steinbruch und bei Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski für die Unterstützung der zwei bisherigen Steinbildhauersymposien in Schmalkalden. Auch den vielen freiwilligen Helfern und Unterstützern drückte er seinen Dank aus.
Ortsteilbürgermeister Fabian Amborn begrüßt die Teilnehmer zur Einweihung der Skulptur „Frankensteine“ an der Helmerser Grünanlage, Foto R. Dittmar 2. Juli 2026
Bildhauer Lasse Schulz-Berke erklärt die „Frankensteine“
Im Anschluss an die Einweihung der Skulptur sorgte der Helmerser Jugend- und Kulturverein am Bürgerhaus noch mit Bratwürsten und kühlen Getränken für das leibliche Wohl der Teilnehmer.
Wie hier in Diskussionen zu hören war, hatte manch einer 2024 den Standort des Kunstwerks direkt am Weg von Helmers zur Burg Frankenberg favorisiert. Dann wäre der Bezug der Skulptur auf die Burg wohl sinnfälliger gewesen. An der zentral im Ort, direkt an der L1026 gelegenen „Grünanlage“ neben der Bushaltestelle fällt aber das Kunstwerk sofort jedem auf und bereichert das seit 1992 denkmalgeschützte Fachwerkensemble in Dorfmitte.
Nach der feierlichen Einweihung der „Frankensteine“ sorgte der Helmerser Jugend- und Kulturverein noch für einen gelungenen kulinarischen Abschluss für die ca. 50 Teilnehmer am Bürgerhaus,
Foto R. Dittmar, 2. Juli 2026
Auch z. Z. bearbeiten wieder Bildhauer während des zweiten Steinbildhauersymposiums vom 22. Juni bis zum 4. Juli an der Wernshäuser Sporthalle Fambacher Buntsandstein. Die dabei entstehenden Kunstwerke werden unsere Orte weiter bereichern, Geschichte sichtbar vermitteln und sicher wieder- wie auch um die Helmerser Skulptur- Diskussionen auslösen, was aber auch so gewollt ist!
Rudi Dittmar