Wagner -Mosengeil-Weg
Bedeutende Persönlichkeiten: Johann Ernst Wagner und Carl Friedrich August Mosengeil
Die Rhönklub Zweigvereine Breitungen e.V. und Roßdorf e.V. haben 1998 den Wagner-Mosengeil-Gedenkweg von Roßdorf nach Breitungen eingerichtet, welcher seit dem zum Wanderwegenetz des Rhönklubs gehört.
Wie entstand der Wagner-Mosengeil-Weg von Breitungen nach Roßdorf?
Als Mitglied des Zweigvereins Roßdorf war Adolf Svoboda ein Initiator für einen Literaturabend im November 1996, in dessen Mittelpunkt zwei vergessene Dichter der Region standen: der in Roßdorf geborenen Johann Ernst Wagner und Carl Friedrich August Mosengeil aus Breitungen, genauer Frauenbreitungen, standen. Im Zuge seiner Recherchen zu Johann Ernst Wagner war Adolf Svoboda auf die Freundschaft mit Mosengeil aus Breitungen gestoßen. Schon hier gab es Überlegungen, den Weg, der Breitungen über den Pleß mit Roßdorf verbindet als Wagner-Mosengeil-Weg auszuweisen und in das Wander- Wegenetz auszuweisen.
Historischer Hintergrund
Wagner und Mosengeil lebten zu Zeiten von Goethe und Jean Paul.
Johann Ernst Wagner wurde am 2. Februar 1769 in Roßdorf als Sohn des Pfarrers geboren. Er war ein deutscher Schriftsteller, Dichter der Romantik und Erzähler.
Wagner verbrachte seine Kindheit und seine Jugend in Roßdorf, aber auch in Fambach. In Jena studierte er von 1788 bis 1792 an der Universität Jura. Von 1793 bis 1803 war er beim Freiherr von Wechmar in Roßdorf Privatsekretär und Gutsaufseher. 1802 wurde Wagner von Herzog Georg I. von Sachsen – Meiningen als Kabinettssekretär nach Meiningen berufen. Nach dessen Tod 1803 übernahm er unter dem neuen Herzog Bernhard II. zudem die Aufsicht über die Bibliothek des Herzogs und war als Regisseur und Dramaturg am Laientheater tätig. Am Hof traf Wagner Friedrich Mosengeil wieder, der als Erzieher des minderjährigen Herzogs ebenfalls nach Meiningen berufen worden war. So vertiefte sich ihre Freundschaft erneut und ebenso ihre literarische Zusammenarbeit. 1812 starb Wagner in Meiningen. 1827 gab Mosengeil die gesammelten Werke von Johann Ernst Wagner in 12 Bänden heraus.
Carl Friedrich August Mosengeil war ebenfalls ein Pfarrersohn und wurde 1773 in Schönau an der Hörsel geboren. Mosengeil war Schriftsteller, Pädagoge, Pfarrer und Erfinder der deutschen Kurzschrift. 1796 veröffentlichte Mosengeil erstmalig sein System der deutschen Kurzschrift, welches er 1819 zur besseren Lesbarkeit veränderte und anpasste.
Mosengeil wuchs in Bad Salzungen auf, in das die Familie noch 1773 gezogen war. 1782 kam die Familie durch die Versetzung des Vaters nach Frauenbreitungen. 1788 lernten sich Wagner, der zu Besuch bei seiner jüngeren Schwester Dorothea weilte, und Mosengeil in Fambach kennen. Seine Schwester war die Ehefrau des Pfarrers in Fambach. Die beiden Pfarrerfamilien der benachbarten Gemeinden pflegten enge gesellschaftlichen Beziehungen. So begann die lebenslange Freundschaft zwischen Wagner und Mosengeil. Beide Pfarrersöhne besuchten sich gegenseitig oft in Frauenbreitungen und in Roßdorf. Dabei legten sie den 14 km langen Weg von Pfarrhaus zu Pfarrhaus über den Pleß zu Fuß zurück. Mosengeil studierte ab 1791 an der Universität in Jena Theologie und wurde danach Lehrer an der von Heinrich Cotta in Zillbach neu gegründeten Forstschule. Mosengeil und Cotta hatten sich in Jena kennengelernt und waren Studienfreunde. 1978 ging Mosengeil zur Unterstützung seines Vaters als dessen Substitut nach Frauenbreitungen zurück. 1804 wurde er von der Herzogin, wie oben schon beschrieben, als Erzieher des Erbprinzen Bernhard von Sachsen – Meiningen nach Meiningen berufen und erhielt den Titel eines Konsistorialassessors, dann Konsistorialrat und 1821 wirkliches Mitglied des herzoglichen Konsistoriums und später auch Oberkonsistorialrat. Mosengeil starb am 02. Juni 1839 in Meiningen.
Der Wagner – Mosengeil – Gedenkweg
Auf Initiative der Zweigvereine des Rhönklubs Breitungen und Roßdorfs wurde am 09.11.1997 der Antrag an den Hauptwegeausschuss des Rhönklub Fulda „zur Errichtung eines Werra-Gau-Weges zwischen Roßdorf und Breitungen und dessen Benennung als Wagner – Mosengeil – Gedenkweg“ gestellt. So konnte nach intensiver Vorbereitung und in Zusammenarbeit und Abstimmung mit verschiedenen Behörden und Institutionen am 18.07.1998 die Eröffnung des Gedenkweges der beiden regionalen Persönlichkeiten erfolgen. Sowohl in Roßdorf am 17. Juli 1998 als auch in Breitungen am 18. Juli 1998 wurden aus diesem Anlass Gedenktafeln enthüllt.
Herbstwanderung auf dem Wagner – Mosengeil – Weg 2023
Genau 25 Jahre nach der Eröffnung des Wagner – Mosengeil – Gedenkweges und anlässlich des 250. Geburtstages von Carl Friedrich August Mosengeil (1773 -1839) fand am 25. Oktober 2023 eine gemeinsame Wanderung des Rhönklub Zweigvereins Breitungen und Roßdorfs statt. Treffpunkt war um 9.00 Uhr an der Frauenbreitunger Marienkirche. Hier wurde zu Beginn eine Ausstellung von Friedrich Mosengeil in der Frauenbreitunger Marienkirche besichtigt. Diese hatte als Kuratorin die Wander-freundin Christina Reißig im Hörselberg- Museum Wutha-Farnroda OT Schönau – dem Geburtsort – anlässlich des 250. Geburtstages von Mosengeil initiiert. Frau Reißig informierte über die Wanderausstellung und berichtete über das Leben, Schaffen und die Bedeutung von Mosengeil.
An der Themenwanderung nahmen insgesamt 30 Wanderer teil – aus Schönau, Meiningen, Mitglieder der Rhönklubzweigvereine Breitungen und Roßdorf. Der Weg führte die Wandergruppe am Ortsteil Knollbach vorbei direkt auf den Breitunger Hausberg – dem 644 m – hohen Pleß. Unterwegs erfuhren die Teilnehmer viel Interessantes über Flurnamen, zum Pleß und zur Geschichte sowie zur Freundschaft und zum Leben und Wirken von Mosengeil und Wagner. In der Wanderhütte, die von Mitgliedern des Zweigvereins Breitungen auf dem Pleß betrieben wird, legten die Wanderer eine Rast ein und ließen sich die Erbsensuppe gut schmecken. Anschließend ging es weiter in Richtung Roßdorf. Dieser Abschnitt des Weges führt teilweise über den Premiumwanderweg des Hochrhöners. Am Roßdorfer Tor trafen sich die Wanderer mit eingeladenen Mitarbeitern vom Forstamt Bad Salzungen und von der Arbeitsgruppe Neue Arbeit Thüringen. Ende August war eine neue überdachte Sitz-gruppe aufgestellt worden, die an die Wanderer jetzt übergeben wurde. Alle Teilnehmer erreichten das Ziel Roßdorf.
