Rhönklub ZV Breitungen wandert am 19.4.26 zum Heuberghaus


Liebe Wanderfreunde, wir treffen uns um 9.00 Uhr auf dem Marktplatz

in Breitungen und fahren von dort zum Parkplatz / Heuberghaus.
Für nicht Motorisierte besteht in geringen Umfang Mitnahmemöglichkeit.

Von dort starten wir um 10 Uhr unsere Wanderung. 
Route (ca.10 km): Vom Heuberghaus zur Schmalkaldequelle, weiter zur ehemaligen Waldschenke., entlang der Hirschbalzwiese und über den Rennsteig zurück zum Heuberghaus. Dort besteht dann die Möglichkeit sich mit Speis und Trank zu stärken.

Gäste sind herzlich willkommen.

Für Interessierte: Am Nachmittag ab 13.30 Uhr gibt es am Heuberghaus Oldie-Livemusik.

 Wanderführer ist Werner Strecker und Wanderwart Bernd Krahmann lädt Wanderfreunde herzlich ein.

Vom „alten Jörg“ und neuen Geschichtsheften- ein Vortragsabend des Breitunger Rhönklubs in der Gaststätte Seeblick

Der 200. Geburtstag Herzog Georg II. von Sachsen- Meiningen am 2. April 2026 war für den Rhönklub
Zweigverein Breitungen Anlass für einen Vortrag in der Gaststätte Seeblick oberhalb des Breitunger
Sees. Der Ort war bewusst gewählt, stand doch das Gasthaus, 1886/87 als herzogliches
Jagdschlösschen gebaut, bis 1974 auf dem Pleßberg. Auch heute weisen in den Gasträumen noch ein
Portrait des einstigen Landesvaters und ein Gemälde des Pleßhauses auf die Ursprünge der belieben
Ausflugsgaststätte hin.
Vereinsvorsitzender Rochus Rücker konnte zu Beginn der Veranstaltung 22 geschichtsinteressierte
Teilnehmer begrüßen.

April 1
22 Interessierte kamen zum Vortrag in den Seeblick

In dem eineinhalbstündigem Vortrag wurde von Rudi Dittmar der historische Bogen von den
Wettinern über dessen ernestinische Linie bis zum Herzogtum Sachsen- Meiningen mit seinem
hervortretenden Regenten Herzog Georg II. gespannt. Aufgezeigt wurde die vielseitige Ausbildung des
jugendlichen Erbprinzen Georg in Staats- und Verwaltungsrecht, der Militärwissenschaft, aber eben
auch in Kunst, Kunstgeschichte und Altertumswissenschaften.
Seit 1866 regierender Herzog, nahm er am Deutsch- Französischen Krieg teil und bejubelte die
Krönung des Preußenkönigs zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des
Versailleser Schlosses. Da er selbst an der Zeremonie teilnahm, verfügte er telegraphisch, dass in
Meiningen aus Anlass der Reichsgründung 18 Salutschüsse abgegeben werden sollten.
Interessant ist, dass Georg bereits im Jahr 1849 in Briefen an seine Vettern die Einigung Deutschlands
unter preußischer Führung favorisiert hatte.

April 2
Auch die Herkunft der Herzogsfamilie wurde dargestellt

Bekannt wurde Georg II. vor allem durch sein Hoftheater. Nachdem er 1871 das Musiktheater in
Meiningen völlig abgeschafft hatte, entwickelte er mit seiner dritten Ehefrau, der Schauspielerin Ellen
Franz, Freifrau von Heldburg, das „Regietheater“. Nicht Schauspieler oder Urheber sollten im
Mittelpunkt des Schauspiels stehen, sondern der Gehalt des Werkes, seine historische Authentizität,
die dramaturgische und dekorative Komponente des Stücks. Mit dieser neuen Art des Theaters
machten die Meininger ganz Europa während ihrer 81 Gastspielreisen zwischen 1874 und 1890
bekannt.
In der fast 50-jährigen Regierungszeit Georgs, in der die Bevölkerung seines 2400 Quadratkilometer
großen Ländchens um 50 % auf 280.000 Einwohner wuchs, entwickelte sich Sachsen- Meiningen zu
einem durchaus zeitgemäßen Staat. Dazu trugen zahlreiche fortschrittliche Gesetze und Maßnahmen
bei, die aber auch immer auf die Festigung der Macht des Souveräns hinzielten.
Manche, eigentlich auch für sein Land wichtige Angelegenheiten, schob Georg aber auch beiseite.
Wenig Aufmerksamkeit widmete er z.B. der industriellen Entwicklung. Es ist überliefert, dass er zum
Bau der Breitunger Großkraftwerkes 1911 lediglich bemerkt haben soll: „Ihr Breitunger werdet das
noch bitter bereuen!“
Berichtet wird aber auch, dass der „alte Jörg“, wie der 1,92 große Georg im Volk häufig genannt
wurde, recht leutselig und persönlich bescheiden war. In Vorbereitung des Vortragsabends am 2. April
in Breitungen informierte Michael Himmel, Pleßforscher aus Immelborn, über Gepflogenheiten und
„Rituale“ des Herzogs während seiner Aufenthalte im Jagdschlösschen auf dem Pleß. Dokumentiert
sind sie auf einem Tonband, dass die Breitunger Chronisten Kurt Dittmar und Ferdinand Weyh in den
1970er Jahren mit Friedrich Abe aufnahmen. Er weilte oft als Gehilfe im herzoglichen Jagdhaus. Etwas
verwunderlich war nach Friedrichs Erzählungen z.B., dass Georg allabendlich vor dem Schlafengehen
ein Glas angesäuerte Milch trank, die Friedrich von der fünf Kilometer entfernten Domäne Craimar
herbeizuschaffen hatte. Und pünktlich Frühs um 7 Uhr forderte der Herzog ein warmes Bad- aber
2bitte nur mit angewärmten Quellwasser! Seine Hausgehilfin Pleß-Mine war sehr erstaunt darüber,
berichtete Friedlich weiter, dass sie das grüne Jagdhütchen Georgs immer wieder flicken musste: „Hat
der Mann kein Geld, sich ein neues zu kaufen?“, soll sie kopfschüttelnd geäußert haben.
Eigenartig und schon etwas kauzig war der Auftrag an Friedrich, die Hörner der Kuh, die später auf
dem Pleß gehalten wurde, immer schön mit Salbe einzureiben und zu polieren.
Der Geburtstag Georgs, der 2. April 1886, war ein Sonntag. Einem Sonntags-, einem Glückskind maß
man ja vorwiegend gute Charaktereigenschaften wie Kreativität, Führungsstärke und Optimismus bei.
Einem im Tierkreiszeichen Widder Geborenen schrieb man aber auch Pedanterie, Ungeduld,
Dominanz und mitunter auch verbales Verletzen seiner Mitmenschen zu. Offenbar war Georg auch
nicht ganz frei von solchen Eigenschaften. Das zeigt sich in der Autobiographie Albert Neumeisters,
Meininger Hofbaumeister von 1882 bis 1889, zum Umbau des Schlosses Altenstein. Wegen eines
schnell zu behebenden Baufehlers sei der Herzog plötzlich sehr ungehalten und aufbrausend gewesen,
habe Neumeister „einen schlechten Menschen“   tituliert, der den Arbeitern „falsche Angaben“
gemacht hätte. Daraufhin beendete Neumeister, der auch das Jagdschlösschen auf dem Pleß entworfen
hatte, am 15. September 1889 seine Arbeit in Meiningen, obwohl einige Tage später Georg mit
versöhnlichen Worten auf ihn zukam.

April 3
Erbprinz Georg 1858, Zeichnung von A. Müller

Bereits 1891 ahnte Georg, dass die Friedensperiode seit 1871 bald vorbei sein würde, wenn die
deutsche Hochrüstung, die England nur provoziere, so weitginge. 1913 äußerte er während eines
längeren Aufenthaltes in seinem Pleßhaus gegenüber seinem Diener, dass es nun wohl bald losginge.
Er sollte Recht behalten. Ein Jahr später, am 28. Juni 1914, dem Tag von Georgs Beisetzung, fielen die
Pistolenschüsse in Sarajewo.
Der Herzog ruht nun schon 112 Jahre neben seinen Meiningern auf dem Parkfriedhof. Was würde er
wohl zu dem im März aufgestellten Lüpertz- Denkmal vor seinem Schloss sagen, das ihn als Cäsar in
einer Toga und zum Himmel weisenden Arm zeigt?
Nach dem Vortrag stellte Rochus Rücker noch drei neue, vom Rhönklub Zweigverein herausgegebene
Hefte der Reihe „Breitunger Seiten“ vor. Auf insgesamt 400 Seiten wird in ihnen zur Geschichte einst
zu Breitunger Klöstern oder Ämtern gehörender Höfe rechts der Werra berichtet. Im Heft 24 findet
man außer Lagebeschreibungen und Bemerkungen zu den Ortsnamen Informationen zu den heute
noch zu Breitungen gehörenden Höfen Grumbach, Farnbach und Winne. Betrachtet wird dabei die
gesamte Zeitspanne von der Ersterwähnung bis zur Gegenwart. Im Heft 25 stehen die noch
existierenden, aber nicht mehr zu Breitungen zählenden Ortschaften, wie Meimers mit Sorga,
Bairoda, Atterode und die Raboldsgrube im Mittelpunkt. Kurz vorgestellt werden im Heft 26 wüst
gefallene Höfe. Übersichtskarten und die Zusammenstellung der über 700 Literaturstellen sind
ebenfalls im Heft 26 aufgenommen.

Die Hefte können bezogen werden bei der Breitunger Gästeinformation, Rathausstraße 22, Tel.
036848-88221, Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein., oder beim Breitunger Rhönklub Zweigverein, Hinter
den Gärten 6, Tel.: 036848-87379, Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

WICHTIGE INFO!

 

ACHTUNG !!
Wir müssen unseren für den 28.03.2026 geplanten Mundartabend leider verschieben.

Der neue Termin ist am 08.05.26 um 18 Uhr im Werraschlößchen.


Wir bitten um Verständnis.

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