24- Stunden- Wanderung von Zella- Mehlis nach Breitungen

Fünfzig Kilometer per pedes von Zella- Mehlis nach Breitungen

9.6.2024/ Rudi Dittmar

Zum letzten Wochenende ludt der Breitunger Rhönklub Zweigverein zu seiner traditionellen 24- Stunden- Wanderung ein. Nachdem in den vergangenen 3 Jahren Interessantes in der Rhön erwandert wurde, war dieses Mal am 8. und 9. Juni der westliche Thüringer Wald das Ziel. Nach der Verabschiedung am Breitunger Bahnhof durch den Vereinsvorsitzenden Rochus Rücker und der Zugfahrt nach Zella- Mehlis West starteten hier um 9. 00 Uhr die sechs Frauen und elf Männer mit Wanderhund Cuba ihre 50 Kilometer lange Tour. Geführt wurden sie von den mit der Gegend bestens vertrauten Horst Schönecker aus Schmalkalden und Erhard Nadler aus Springstille.

Die 50 Kilometer lange Wanderstrecke zwischen Zella- Mehlis und Breitungen mit den Einkehr- und mobilen Versorgungspunkten
Juni 1

Während des Aufstieges zum 866 Meter hohen Ruppberg nördlich von Zella- Mehlis wurde das 1937 errichtete Denkmal für den Turnvater Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) besucht. Nach einer Erfrischung an der bewirtschafteten Ruppberg- Gipfelhütte boten den Wanderern klare Sicht und herrlicher Sonnenschein beeindruckende Fernblicke. Selten so deutlich lagen die Gleichberge im Grabfeld, Inselsberg und Schneekopf im Thüringer Wald, der 60 Kilometer entfernte Kreuzberg in Bayern, die Milseburg und die Wasserkuppe in der hessischen Rhön und der weiße Monte Kali bei Heringen an der Werra vor ihnen.

Beim Abstieg konnten die Wanderer am Rupprasen ein ganzes Areal blühender Knabenkräuter bewundern, bevor dann nach Überqueren der Gans- und der Fuhrmannswiese der 867 hohe Große Hermannsberg, der in Privatbesitz ist, bestiegen wurde. Von seinem Felsenplateau aus boten sich wieder grandiose Fernsichten in den Thüringer Wald und die Rhön. Den Betrachtern wurde dabei sehr bewußt, dass zur Bewahrung dieses herrlichen Fleckchens Erde ein jeder Verantwortung trägt, auch- und besonders- in dieser komplizierten Zeit, in der man das Worte „Krieg“ oder „Kriegstauglichkeit“ merklich öfter wahrnimmt als „Frieden“.

Nach dem kurzen Abstieg vom Großen Hermannsberg war dann um 15.00 Uhr die Oberschönauer Ski- und Wanderhütte erreicht. Auf ihrer Sonnenterrasse ließen sich die Wanderer mit frisch Gezapftem, Rostbrätel und Gulasch verwöhnen, bevor dann das nächste Ziel, die erstmals 1228 urkundlich erwähnte Ruine Hallenburg, angesteuert wurde. Achzig Meter über Steinbach- Hallenberg gelegen, hat man von ihr aus einen beeindruckenden Blick auf die Stadt und in das Schönautal mit Herges, Viernau und Schwarza. Nachdem dann Steinbach- Hallenberg und Altersbach passiert waren, wurde in der Dämmerung der Alte Teich 1,5 Kilometer nordwestlich von Altersbach erreicht. Aus einem bereits existierenden Gebäude entstand hier in den 1970er Jahren ein beliebtes Naherholungszentrum mit Gastronomie, das im Dezember 2023 aber leider geschlossen wurde.

Nach bereits dreißig Kilometern zu Fuß waren hier alle Wanderer sehr erfreut, als sie den „mobilen Rhönklub- Versorger“ Herbert Wenig mit seinem Auto antrafen. Mit selbstgekochtem Chili Con Carne aus dem Kessel, Baguette und Getränken konnten sie sich vor dem Weitermarsch durch das Lippers und Käbachtal nach Asbach stärken. Der weitere Weg führte über die Queste auf die Schmalkalder Salzbrücke. Hier wurden sie gegen Mitternacht nochmals von Ellen und Herbert Wenig mit Torte, Eis, Obst, warmen und kalten Getränken auf die restlichen siebzehn Kilometer der Tour über Fambach gut vorbereitet. Vom Famberg aus konnten sie einen beeindruckenden nächtlichen Blick auf die Lichter Schmalkaldens werfen, bevor sie, vorbei an der Wüstung Siegwinde und einer Rast an den Zehnbuchen den Abstieg vom Steilen Hügel nach Fambach erreichten. In der Morgendämmerung führte der Weg weiter entlang der Truse nach Winne und schließlich über den Rommelsberg nach Breitungen. Gegen 4.30 Uhr war das Ziel, die Altenbreitunger Kapelle, nach fünfzig Kilometern und 1330 Höhenmetern erreicht. Müde und abgespannt, aber auch etwas stolz, die nicht leichte Wanderung gemeistert zu haben, ließen sich die Akteure das von Ellen und Herbert Wenig gerichtete ausgiebige und herzhafte Frühstück schmecken. Hinter ihnen lagen herrliche, gemeinsam verbrachte Stunden in unserer schönen Südthüringer Heimat, die bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben werden. Es sei dafür noch einmal den Wanderführern Horst Schönecker und Erhard Nadler sowie Ellen und Herbert Wenig für die nächtliche Versorgung ganz herzlich gedankt.

Noch einige Fotos zur Auswahl, Fotos R. Dittmar

Juni 2     

Die Wanderer auf dem Ruppberg, mit dabei Wanderhund Cuba

Juni 3

Unterwegs zum Großen Herrmannsberg

Juni 4

Auf dem Gr. Hermannsberg, im Hintergrund der Monte Kali, Öchsen, Dietrich und Baier

Juni 5

Stärkung auf der Sonnenterrasse der Ski- und Wanderhütte Oberschönau

Juni 6

Ein Kleinod zum Verweilen am Dörmbach

Juni 7

Rast an der Hallenburg

Juni 8

In der Dämmerung im Lippers

Juni 9

Mitternächtliche Verpflegung durch Ellen und Herbert Wenig auf der Schmalkalder Salzbrücke

Naturwanderung auf dem Hexenpfad und am Umpfen

Fischbach/Breitungen. Am 15. Mai 2024 begaben sich 14 Mitglieder des Rhönklubs Breitungen auf eine 11 km lange Tour in die frühlingshafte Natur um Fischbach. Am Vormittag wurde der Hauptteil des „Hexenpfades“ erwandert. Die offenen Kalkmagerrasen boten eine herrliche Weitsicht auf das obere Feldatal mit seinen Ortschaften und Bergen. Die prächtigen Hutebuchen am Kolben spendeten angenehmen Schatten, wie einst den hier tätigen Schäfern in vielen Jahrzehnten. In voller Blüte leuchteten die zahlreichen Kugeligen Teufelskrallen und der Wiesen-Lein. Zwei Orchideenarten wurden am Weg gesehen. Zoologisch nennenswert waren mehrere Zauneidechsen, ein Vertreter der seltengewordenen Maikäfer und Neuntöter als Brutvögel. Der „Hexenpfad“ erhielt seinen Namen wegen des hier vorkommenden seltenen Schmetterlings, der Berghexe. Sie war aber Anfang Mai nicht zu erwarten, da sie lediglich in der Zeit von Juli bis September als entwickelter Falter vorkommt. Der „Hexenpfad“ bewirbt sich bis Ende Juni um den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg“. Breitunger Rhönklubmitglieder habe im Nachgang auch ihre Stimme für die deutschlandweite Publikumswahl per online (www.wandermagazin.de/wahlstudio) bzw. per Karte abgegeben.

Nach einer kurzen Pause am Oberlauf des kühlen Fischbach ging die Wanderung nun auf zusätzlichen Wegen durch den artenreichen Buchenhochwald, streckenweise auf steilen Pfaden. Blühende Akelei, Aronstab und Türkenbund-Lilien säumten gelegentlich den Weg. Nach einer Mittagspause in der Rhönbriese ging der Heimweg durch das Kerngebiet des Umpfen, eines früheren großen Basaltsteinbruchs. Seit der Stilllegung hat sich über Jahrzehnte die Natur die hinterlassenen Felswände mit Gehölzen, Moosen und Blütenpflanzen zurückerobert. Die obere Abbausohle ermöglichte herrliche Weitblicke in die strukturreiche Umgebung. Naturschutzwart Klaus Schmidt hatte seine Teilnehmer der Wanderung in eine abwechslungsreiche und wunderschöne Gegend geführt. Für die meisten Breitunger Rhönklubmitglieder war es ein erstmaliger Einblick in diese spezielle Landschaft der thüringischen Rhön.

Text u. Fotos: K. Schmidt

 Mai 24 1

Auf dem Hexenpfad gibt es von März bis Oktober immer viel Interessantes des Weges zu sehen und zu fotografieren.

 Mai 24 2

 

Die Hutebuchen haben sich als freistehende Bäume über mehr als ein Jahrhundert gut entwickelt, mehrere sind aber altersbedingt auch zusammengebrochen.
Mai 24 3

Auf dem Umpfen fühlt man sich fast wie im Hochgebirge, sollte aber den Schutz der Natur immer beachten.
Mai 24 4

Das Stattliche Knabenkraut war größtenteils verblüht. Lediglich im Schatten standen noch einzelne dieser prächtigen Orchideen.
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Eine herrliche Landschaft – Land der offenen Ferne und der vielfältigen Natur

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