Nachlese zum Tag des Denkmals in der Kapelle Altenbreitungen
Zum Tag des Denkmals am 13.September 2026 waren auch die Türen der Kapelle Altenbreitungen geöffnet. Trotz des regnerischen Wetters besuchten wieder 60 Interessierte das kleinste denkmalgeschützte Haus in Breitungen. Vom Erdgeschoss bis zum urigen Dachgeschoss mit dem Blick auf das Uhrwerk konnte das Gebäude besichtigt werden. Im Obergeschoss gab es Erläuterungen zur Geschichte der Kapelle und zur Vereinsarbeit des Rhönklub Zweigvereins Breitungen.
Die Mitglieder des Rhönklubs Breitungen freuten sich über die viele Besucher aus Breitungen, die die Kapelle auch einmal von innen sehen wollten und obwohl in Breitungen zu Hause, bisher nur an der Kapelle vorbeigefahren sind, aber noch nie das Haus betreten hatten. Schön war es, dass auch zahlreiche Gäste aus der Umgebung von Breitungen kamen, um der Kapelle einen Besuch abzustatten, so unter anderem aus Helmers, Niederschmalkalden, Schmalkalden, Immelborn, Bad Salzungen, Barchfeld, Bad Liebenstein und Ruhla. Ein Ehepaar reiste sogar aus Heringen an. In den kleinen Räumlichkeiten der Kapelle kommt man eben leicht ins Gespräch.
So klein die Kapelle mit ihren 6 m Länge und 5 m Breite auch ist – ihre Geschichte reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Mit ihrem Aussehen wie dem eines dörflichen Rathauses und ihren vielen Wandlungen weckt sie auch heute noch das Interesse ihrer Besucher.
Da jedoch noch weiterer Wissensbedarf besteht, um vielleicht noch diese oder jene Lücke in der Historie der Kapelle zu schließen, möchten wir all diejenigen um Unterstützung bitten, die etwas zur Geschichte der Kapelle beitragen können. Sei es in Form von alten Fotos, Geschichten oder Begebenheiten zur Kapelle, ihrer Nutzung und ihren Bewohnern oder etwas, was mit der Kapelle zusammenhängt, melden sie sich bitte beim Rhönklub Zweigverein Breitungen. Mit ihrer Hilfe können wir die Chronik der Kapelle Altenbreitungen weiter vervollständigen.
Informationen bitte an:
Stichwort: Kapelle
Ansprechpartnerin: Elke Treisch
Tag des offenen Denkmals in Helmers
Auch in Helmers mit seinem denkmalgeschützten, durch Fachwerkbauten bestimmten Ortskern gibt es zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag den 13.09.26 Interessantes zu erfahren. Besucht werden während eines historischen Dorfrundgangs ab 10 Uhr u.a. das letzte Wasserrad im Rosagrund, das gerade renovierte Gutshaus von 1548, die historischen Wasserversorgungsstellen und die kleine Dorfkirche, die die Helmerser 1672 aus einem Brauhaus bauten. Die Geschichte dieses denkmalgeschützten Gotteshauses mit seiner schlichten Architektur und Ausstattung ist in besonderer Weise auch mit Herzog Georg II. von Sachsen- Meiningen (1826-1914) verbunden, an dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr ja mit zahlreichen Vorträgen, Veröffentlichungen und Ausstellungen erinnert wird.
Berichtet wird außerdem zu dem 400 Jahre alten Wiesenwässerungssystem, dass sich mit 14 Kilometern Gräben und 13 Wehren von Georgenzell bis Wernshausen erstreckt.
Am Nachmittag wird der Helmerser Jugend- und Kulturverein ab 13 Uhr an der Burg Frankenberg einen Imbiss und Getränke anbieten. Um 14 Uhr informiert ein Vortrag zur Burggeschichte und den Sanierungsarbeiten während der letzten 40 Jahre. Der Turm kann bestiegen werden. Die Zugangswege von Helmers zur Burg sind nach dem Sturm am 19. September von Windwurf beräumt.


Auf Herzog Georgs Spuren im Pleßwald
Am 16.August 2026 pünktlich um 10 Uhr starteten 27 Wanderer vom Breitunger Craimar aus zu der vom hiesigen Rhönklub Zweigverein organisierten Wanderung zum Pleß. Schon der Startort Craimar selbst ist mit Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826-1914) verbunden. Das Areal wurde 1318 als „Chreyenmor“ erstmals erwähnt. 1852 übernahm auf Initiative Georgs die sachsen-meiningische Domänenverwaltung den inzwischen stattlich ausgebauten Hof. Mehrere Förster bewirtschafteten mit ihrem Gesinde das Gut und die umliegenden Waldungen, immer streng kontrolliert vom Herzog!
An der ehemaligen Aschehalde im Steinbruchsgraben oberhalb des Craimar, wo zwischen 1957 und 1990 die im Kraftwerk Breitungen anfallende Asche verkippt wurde, erfuhren die Wanderer vom Bau des „Breitunger Großkraftwerks“ 1912/13 und auch was Landesvater Georg davon hielt: „Ihr Breitunger werdet das noch bitter bereuen!“ Nun ja, das Kraftwerk war bis zu seinem Abbruch 2003-2005 Fluch und Segen zugleich für die Breitunger.
Über die „Elite“, zu hochdeutsch Erlenleite, führte der Weg zum idyllisch gelegen „Steinsee“, wo man Überbleibsel der einstigen Breitunger Wasserversorgung sehen konnte. 1911 wurde eine Leitung von der hier stark sprudelnden Quelle zum Hochbehälter über dem Wittgenthal gebaut, um das damals „boomende“ Alten- und Frauenbreitungen mit Trinkwasser zu versorgen. 1929 fasste man noch eine zweite, tiefer liegende Quelle im Neuhöfer Grund und baute eine 15PS- Pumpstation am Neuhof. 2025 wurde, nach dem die Leitung schon lange nicht mehr in Betrieb war, auch der Hochbehälter abgebrochen.
Vom „Steinsee“ ging es nun weiter auf dem „Herzogsweg“ in Richtung „Große Balz“. Der Weg wurde von Georg und seiner dritten Ehefrau Ellen Franz (1839-1923), der Freifrau von Heldburg, oft für die Kutschfahrten zum Pleß genutzt. Gerne rastete man oberhalb des Steinsees, genoss die Ruhe und den Blick in den Craimarer Grund. Die „Heleneneiche“, wenige Meter links des Herzogweges erinnert noch daran.
Auf der 1879 gebauten Pleßstraße empfing Michael Himmel aus Immelborn an der „Großen Balz“ die Wandergruppe. Er ist ein hervorragender Kenner des Pleß und seiner Geschichte und berichtete viel Interessantes und auch Amüsantes über das, was sich einst auf dem Pleß um Herzog Georg zugetragen hat. Er führte über das Gelände des Bundeswehr- Standortübungsplatzes zum ursprünglichen Platz des „Sachsensteins“. Hier starb vor über 300 Jahren der Frauenbreitunger Jäger Johannes Sachs auf mysteriöse Weise. Ein sich selbst lösender Schuss traf ihn auf dem Kutschbock einer Kalesche tödlich. Hinter ihm saß Herzog Ernst Ludwig I. von Sachsen-Meiningen (1672-1724). Der vom Herzog hier errichtete Gedenkstein, der „Sachsenstein“, steht heute restauriert neben der Wanderhütte auf der Pleßkuppe. Der Rhönklub Breitungen veröffentlichte 2022 ein Heimatheft, das sich ausführlich mit dem „Sachsenstein“ und seinem noch immer geheimnisvollen historischen Umfeld beschäftigt.
Michael Himmel führte dann die Wanderer weiter durch die „Kohlstätte“ auf die „Kleine Pleßspitze“. Neben dem hier bereits seit dem Jahr 1701 stehenden Pirschhaus ließ der leidenschaftliche Jäger Herzog Georg II. 1887 sein „Jagdschlösschen“ errichten. Auch dazu konnten Micheal Himmel viel neu Erforschtes berichten. So wurden auf den ausgedehnten herzoglichen Jagden zwischen 1868 und 1912 im eingegatterten Pleßwald 720 Hirsche, 77 Gamsen und 2000 Fasane geschossen. Dauernd auf dem Pleß wohnten „Pleßlouis“ und „Pleßmine“. Sie hatten sich auch um geladene, hochadelige Gäste und berühmte Künstler zu kümmern. U.a., so Micheal Himmel, weilten Johannes Brahms, Tiermaler Anton Weinberger und Graf von Luckner, der „Seeteufel“, längere Zeit auf dem Pleß.
Vom „Jagdschlösschen“ steht seit 1974 nur noch das Kellergeschoß auf dem Pleß. Das Haus selbst wurde nach Breitungen umgesetzt und wird als Gaststätte „Seeblick“ bewirtschaftet.
Um an die Geschichte des einstigen „Jagdschlösschens“ zu erinnern, enthüllte Rochus Rücker, 1. Vorsitzender des Breitunger Zweigvereins des Rhönklubs, eine Informationstafel unweit des Pleßhauses. Hier können nun Wanderer, die auf dem beliebten, 2006 eröffneten Wanderweg „Hochrhöner“ unterwegs sind, Interessantes zum Pleß und zum Pleßhaus nachlesen.
Nach weiteren zwanzig Gehminuten auf dem „Hochrhöner“ erreichten die Wanderer die Rhönklub-Hütte auf der Pleßkuppe, wo sie sich mit Erbsensuppe und Bockwurst stärkten. Während des Abstieges über den „Grenzweg“, vorbei an der „Kilianskuppe“ und der „Bettelbuche“ erfuhren sie noch einiges zu Flurbezeichnungen. Eine originelle, neue Erklärung für den Namen „Dorschweg“ fand hier der Kleinschmalkalder Jürgen Petri: „Dorschtwag“, zu hochdeutsch Durstweg! Wahrscheinlich war wohl diese spontane Wortwahl der Hitze von 30 Grad und aufkommendem Durstgefühl geschuldet. Zum Abschluss der 18 Kilometer langen Wanderung bot sich den Teilnehmern vom Breitunger „Häselsberg“ noch ein herrlicher abendlicher Blick über das Werratal zum Kamm des Thüringer Waldes.
Michael Himmel aus Immelborn berichtete Interessantes zur Pleßgeschichte
Bei herrlichem Sommerwetter waren 27 Wanderer auf dem Pleß unterwegs
Rochus Rücker, 1. Vorsitzender desRhönklub Zweigvereins Breitungen, enthüllte eine Infotafel zum Pleßhaus
Radtour 2026
Am 26.07.2026 startete unsere diesjährige Radtour um 9.00 Uhr am Marktplatz in Breitungen.
Einweihung der Helmerser Frankenburg- Skulptur „Frankensteine“
Seit Herbst letzten Jahres fällt eine Skulptur neben der Helmerser Bushaltestelle in Richtung Wernshausen auf. Auf einem roten Sandsteinsockel liegt ein aus weißem Sandstein herausgearbeitetes, über 20 Zentner schwere Kunstwerk, 180 Zentimeter lang, 60 Zentimeter breit und 80 Zentimeter hoch.
Die Skulptur in der Helmerser Dorfmitte, Foto R. Dittmar, Juni 2026
Es sorgte unter den Betrachtern bereits für mancherlei Diskussionen. Viele konnten keinen Bezug zum Dorf und seiner Umgebung erkennen.
Am Donnerstag, den 2. Juli 2026, wurde nun die Plastik feierlich eingeweiht. Für 17 Uhr hatten dazu der Ortsteilbürgermeister Fabian Aborn, der Wernshäuser Ortsteilrat und der Helmerser Ortskümmerer Thomas Schmidt eingeladen. Auch der in Kaiserslautern beheimatete Bildhauer Lasse Schulz- Berke, der die Skulptur im Rahmen des ersten Steinbildhauersymposiums in Niederschmalkalden im Juni 2024 schuf, war angekündigt.
Die etwa 50 erschienenen Interessierten wurden vor Ort von Fabian Amborn begrüßt. Anschließend erläuterte Lasse Schulz- Berke seine Skulptur und ihren Bezug zur 800 Jahre alten Burg Frankenberg oberhalb von Helmers.
Bergfried der Burg Frankenberg, Foto R. Dittmar, November 2023
Von ihr stehen nach der Zerstörung im Bauernkrieg im Frühjahr 1525 und ihrer Nutzung als Steinbruch bis Ende des 19. Jahrhunderts noch der 20 Meter hohe Bergfried und Reste der Palasmauern. Grundlegende Sanierungen des denkmalgeschützten Turmes wurden 2023 abgeschlossen.
Ein Besuch der alten Burgmauern und die Erläuterungen des Helmerser Ortschronisten im Juni 2024 inspirierten den Künstler zur Gestaltung seiner Skulptur.
Sie ist handwerklich anspruchsvoll und perfekt aus Fambacher Sandstein geschlagen. Ihre Zangenlöcher und die oberflächliche Bearbeitung weisen, so Schulz-Berke, auf Mauer- und Steinstrukturen der Frankenburg hin.
Wie der Bildhauer weiter berichtete, soll die Aneinanderreihung der Steinsegmente an die Aufschichtung gebrochener Steine im Fambacher Steinbruch erinnern. Zudem haben Konturen, die beim Betrachten der Skulpturstirnseiten auffallen, Ähnlichkeiten mit dem Grundriss der noch vorhandenen Burgmauern auf dem Frankenberg.
21. Juni 2024: Lasse Schulz-Berke bei der Arbeit an der Frankenburg- Skulptur in Niederschmalkalden,
Foto R. Dittmar
Der Künstler fasste seine Gedanken in einem kurzen erklärenden Text zusammen, der auch an der Skulptur noch angebracht werden soll:
„Frankensteine
Ausgehend von den verwitterten Mauersteinen der Burg Frankenberg entwickelt die Skulptur eine Komposition aus verformten Steinquadern mit historischen Bearbeitungsspuren. Versetzzangenlöcher und handwerkliche Oberflächen verweisen auf die Baugeschichte der Burg, während die Anordnung der Elemente dem Goldenen Schnitt folgt.
Die Arbeit verbindet die Kraft des rohen Steins mit den Spuren menschlichen Wirkens und der gestaltenden Wirkung der Zeit.“
Die Skulpturenstirnseiten sollen an den Grundriss der Frankenburgmauern erinnern,
Foto R. Dittmar, Juni 2026
Nach den Erklärungen des Künstlers äußerte sich auch der Wernshäuser Ortsteilbürgermeister Fabian Amborn in einer achtminütigen Ansprache zu den „Frankensteinen“.
Er sieht in der Skulptur weit mehr als nur irgendein Kunstwerk. Vielmehr zeige es zu Stein gewordene Geschichte. Die Art der Bearbeitung weise auf den Bergfried der Frankenburg hin. Der Stein aus dem Fambacher Steinbruch selbst sei ein Fundament für Vieles, was wir heute noch in und um Schmalkalden bewundern könnten. Auch der so schöne Helmerser Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern gehöre dazu.
Ihm sei auch schon ein „Spitzname“ für die „Frankensteine“ zugetragen worden, so Amborn: „Schaschlikspieß“. Hier zog er Parallelen zu Berlin. Auch Berliner seien sehr erfinderisch, wenn es um Bezeichnungen für markante Bauten gehe. So betitelten sie der Fernsehturm beispielsweise als „Telespargel“. Dabei sei das aber keineswegs abwertend gemeint, sondern drücke eher die Verbundenheit mit der Heimatstadt aus. Amborn sieht auch in den „Frankensteinen“- oder eben dem „Schaschlikspieß“ bzw. der „Kurbelwelle“- ein zukünftiges markantes Orts-Wahrzeichen, das auch eine für Helmers identitätsstiftende Bedeutung habe.
Abschließend bedankte sich Amborn noch bei den Steinbildhauern für ihre kreative Arbeit, bei Robert Roß für die gesponserten Steine aus seinem Fambacher Steinbruch und bei Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski für die Unterstützung der zwei bisherigen Steinbildhauersymposien in Schmalkalden. Auch den vielen freiwilligen Helfern und Unterstützern drückte er seinen Dank aus.
Ortsteilbürgermeister Fabian Amborn begrüßt die Teilnehmer zur Einweihung der Skulptur „Frankensteine“ an der Helmerser Grünanlage, Foto R. Dittmar 2. Juli 2026
Bildhauer Lasse Schulz-Berke erklärt die „Frankensteine“
Im Anschluss an die Einweihung der Skulptur sorgte der Helmerser Jugend- und Kulturverein am Bürgerhaus noch mit Bratwürsten und kühlen Getränken für das leibliche Wohl der Teilnehmer.
Wie hier in Diskussionen zu hören war, hatte manch einer 2024 den Standort des Kunstwerks direkt am Weg von Helmers zur Burg Frankenberg favorisiert. Dann wäre der Bezug der Skulptur auf die Burg wohl sinnfälliger gewesen. An der zentral im Ort, direkt an der L1026 gelegenen „Grünanlage“ neben der Bushaltestelle fällt aber das Kunstwerk sofort jedem auf und bereichert das seit 1992 denkmalgeschützte Fachwerkensemble in Dorfmitte.
Nach der feierlichen Einweihung der „Frankensteine“ sorgte der Helmerser Jugend- und Kulturverein noch für einen gelungenen kulinarischen Abschluss für die ca. 50 Teilnehmer am Bürgerhaus,
Foto R. Dittmar, 2. Juli 2026
Auch z. Z. bearbeiten wieder Bildhauer während des zweiten Steinbildhauersymposiums vom 22. Juni bis zum 4. Juli an der Wernshäuser Sporthalle Fambacher Buntsandstein. Die dabei entstehenden Kunstwerke werden unsere Orte weiter bereichern, Geschichte sichtbar vermitteln und sicher wieder- wie auch um die Helmerser Skulptur- Diskussionen auslösen, was aber auch so gewollt ist!
Rudi Dittmar
Drei- Hütten- Wanderung des Breitunger Rhönklubs
Am Sonntag, den 28. Juni 2026, starten die Teilnehmer um 9 Uhr mit Autos auf dem Breitunger Marktplatz in Richtung Roßdorf. Soweit es freie Plätze gibt, können Interessierte mitfahren. Die Wanderung beginnt dann um 9.30 Uhr auf dem Parkplatz am Roßdorfer Schloss. Die mittelschwere, 17 Kilometer lange Tour führt über 300 positive Höhenmeter durch abwechslungsreiche Natur und vorbei an historisch Interessantem, s. Karte. Nach einem ersten, steileren Aufstieg erreichen die Wanderer den Hofberg, von dem man eine herrliche Aussicht ins Rosatal, die vordere Rhön, auf den Thüringer Wald und das Pleßmassiv genießen kann. Im Klosterwald, der einst zum Sinnershäuser Wilhelmitenkloster gehörte, passieren wir den Gotteskopf mit seinen Steinwällen und einer wahrscheinlich prähistorischen Kultstätte. Nach dann schon 6 Kilometern Wegstrecke erreichen wir das Köpfchen am Hahnberg, den mit 658 Metern höchsten Punkt der Tour. Von hier hat man nicht nur eine faszinierende Aussicht auf den Thüringer Wald, auch das neu renovierte Hümpfershäuser Berghäuschen lädt als erste der drei Hütten auf unserer Wanderung zu einer kulinarischen Stärkung ein. Das Häuschen wurde als herzoglich sachsen- meiningische Jagdhütte gebaut und genutzt. Heute bewirtschaftet der Dorf- & Heimatverein Hümpfershausen an Sonntagen von 10 bis 17 Uhr das Haus.
Nach dem Abstieg über die Steinige Wiese halten wir uns links und erreichen bereits nach 3 Kilometern mit der Roßhofhütte die zweite Einkehrmöglichkeit. Der Roßhof wurde vermutlich im 14. Jahrhundert angelegt. Später gehörte er als Vorwerk zum von Geyso´schen Rittergut in Roßdorf. Nach 1945 nutzte ein Volkseigenes Gut, dann die Roßdorfer LPG den Hof. Heute werden die verblieben Gebäude von den Mitgliedern des Vereins Roßhoffreunde e.V. unterhalten. Von März bis November bieten sie sonntags ab 11 Uhr auch Essen und Trinken für Wanderer und Radfahrer an. Von der Hütte hat man eine gute Fernsicht bis weit über das Feldatal hinaus.
Wir gehen nun 1,5 Kilometer hinunter zum Naturdenkmal Seegrube, eine Bodensenkung im Muschelkalk. Sie ist auf Grund geologischer Störungen und des dadurch zerklüfteten Untergrundes oft nur im Frühjahr mit Wasser gefüllt.
Die dritte Wanderhütte, die Roßberghütte, ist dann schon nach weiteren 1,5 Kilometern erreicht. Sie liegt im Naturschutzgebiet Wiesenthaler Schweiz idyllisch am Waldrand nahe der Langen Eller und des Quellgebietes des Werdenhäuser Wassers. Auch hier bietet sich dem Wanderer wieder eine grandiose Fernsicht. Die Hütte hat in der Saison sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Auf dem 5 Kilometer langen Rückweg nach Roßdorf besuchen wir oberhalb des Friedrichshofes den Gedenkort zum Gefecht bei Roßdorf. Eine Infotafel und ein Gedenkstein erinnern an das blutige Aufeinandertreffen von preußischen Verbänden der Main- Armee und bayrischen Truppen des VII. Armeekorps am 4. Juli 1866. Die Kämpfe forderten hunderte Gefallene und Verwundete. Einen eindeutigen Sieg konnte aber keiner der Kontrahenten für sich verbuchen.
Das letzte Wegstück wandern wir am Westhang der Nebelberges, an dem Hügelgräber von einer vorchristlichen Besiedlung zeugen.
Gegen 18 Uhr werden wir wieder die Autos am Roßdorfer Schloss erreichen.